Team 17 - Allgäu - Orient Rallye
Allgäu-Orient-Ralley 2011 - von Oberstaufen nach Amman
Willkommen bei Team 17

Allgäu-Orient-Rallye 2011 - von Oberstaufen nach Amman

Österreich Italien Slowenien Kroatien Ungarn Rumeänien
Bulgarien Griechenland Türkei Israel Syrien Jordanien


Eile mit Weile ...

Diese Rallye ist kein Rennen im klassischen Sinne.
Die Route von Oberstaufen nach Jordanien ist von den Teams frei wählbar. Autobahnen, Mautstraßen und Navigationssysteme sind dabei nicht erlaubt! Gefahren wird dabei auf den ganz normalen Straßen, wobei stets auch die jeweilige landestypische Straßenverkehrsordnung einzuhalten ist.

(Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken)


Das AOR-Roadbook 2011

Hier ist es, das Buch der vielen Rätsel, welches uns die Reise über
begleit hat und für so manche freudige Überraschung gesorgt hat.


Unser Rallye - Reisebericht


Samstag
30. April 2011

(1. Rallyetag)


Deutschland


Östereich


Italien


Slovenien

Bilderbuchwetter in Oberstaufen. Bei strahlendem Sonnenschein geht Team 17 um 09:08 Uhr über die Startrampe.
Weiter ging es dann zu einem Zementwerk, wo wir ordentlich Mörtel für ein spätere Vermauern unserer Steine in Jordanien aufnehmen mussten. Dort wurden auch unsere Glückssteine gekennzeichnet und registriert.Das Roadbook galt es am Alpsee mit einem Ruderboot zu holen, was Dominik mit Bravur unter sportlichem Einsatz für uns erledigt hat. Zusätzlich gab es noch einen Sixpack Zöllerbier, welches wir bis Istanbul für eine spätere Sonderaufgabe mitnehmen müssen. Danach musste pro Fahrzeugteam einen "Glückstein" aus dem Allgäu ergattert werden, wobei es galt, mehr Gewicht, mehr Punkte. Unserem Gewinnerehrgeiz entsprechend haben sich nun drei ordentlich gewichtige Exemplare in unseren Fahrzeugen eingefunden.
Darauf folgend ging es dann nach Hindelang, wo wir auf der dortigen Schnitzelalm ein Schitzelmaß erstehen mussten, mit welchem wir später in Istanbul die tiefste Tiefe des Bosporus bestimmen werden müssen. Nun galt es noch eine Telefonzelle ausfindig zu machen, denn es musste ein Foto geknippst werden - das ganze Team samt der ganzen Glücksteine in der Telefonzelle, mit geschlossener Türe - Unternehmen geglückt - Tom hat sogar dafür schnell mal 10 kg abgenommen.
Danach galt es Strecke zu machen, denn 666 km standen noch vor uns ...
Übernachtet haben wir zur späten Stunde dann in einer schnuckeligen Waldlichtung hinter Ptuj in Slovenien ...


Sonntag
01. Mai 2011

(2. Rallyetag)


Slowenien


Kroatien


Ungarn


Rumänien


Serbien

Am Morgen erwieß sich unser in später, dunkler Nacht notgedrungen aufgesuchtes Nachtlager als Brunftgelände für das heimische Rotwild, welches uns mit ihrem Treiben schon zur sehr fruhen Stunde unsanft mit ihrem bellenden Brunftschrei aus unseren süßen Träumen erweckten.
Nach einer unbeschwerten, gemütlichen und sonnigen Fahrt über Kroatien überraschte uns in Ungarn strömendes, anhaltendes Regenwetter, was beim kirchheimer Team zu Wassereinbruch im Beifahrerfußraum und zu permanent nassen Füßen geführt hat.
Im Morgennebel kommen wir an einen kleinen kroatischen Grenzübergang. Neben dem Grenzer mischen auch sein Chef und ein Herr in Zivil mit. Irgendjemand im Team vermutet einen Mitarbeiter im Nachrichtendienst...
Die Jungs sind jedenfalls sehr nett und nach einem freundschaftlichen Palaver geht es weiter in Richtung Ungarn. Es regnet in Strömen und so zieht eine vermutlich schöne aber durch Wolken unsichtbare Landschaft an uns vorüber. Mittag machen wir halt in der wirklich sehr schönen Stadt Pecs. Thorsten macht ca. 5 Sekunden nach dem Parken die Bekanntschaft einer Ungarin die uns ein Lokal empfiehlt. Ein kurzer Spaziergang durch die schöne Innenstadt und schon sitzen wir im Keller in einem Restaurant das auch ein Wohnzimmer aus den 60ern sein könnte. Es gibt Bohnensuppe und Grillteller. Alles sehr gut. Nach gefühlten 30 Minuten brachte der Meister dann auch die Rechnung. 90 Stutzen für Massen an Essen für uns sechs sind wirklich o.k. Nebenbei gab es noch einen kleinen Einführungskurs in ungarisch von unserem Sachverständigen Jürgen. Ich habe nur soviel verstanden das Gulasch und Gulasch nicht das Gleiche ist. Am Ende waren wir dann drei Stunden in Pecs die wir nun wieder hereinfahren müssen. Vorher stellen wir noch fest das beim Erdinger Jeep Sprit aus dem Tank läuft. Ich bin mal gespannt was noch so alles kommt. Die Kirchheimer Jungs müssen täglich etwa einen Liter Öl nachfüllen. Durch eingehende Tests haben sie herausgefunden das das Öl sogar im Motorkreislauf bleibt wenn man den Deckel vergisst. Der Motorraum freilich sieht jetzt nicht mehr so gut aus. Die einzigen bei denen gar nix fehlt sind die Bickenbacher. Kein Wunder bei dem „Neuwagen“. Zu allem Übel müssen die Jeeps ungefähr dreimal Tanken bis es bei Thorsten und Dominik mal soweit ist. Inschallah.
Schließlich erreichen wir Rumänien um 18:15 Uhr. Foto machen und weiter geht’s. Jetzt dauert das mit der Abfertigung schon ein bißchen länger, ist aber nach wie vor alles easy. Bei den Erdingern vibriert ständig etwas anderes oder liegt es etwa daran das ich noch etwas unentspannt bin? Auf alles Fälle erreichen wir Temeswar ohne Zwischenfälle. Eine deprimierende Stadt, vor allem bei Nieselregen in der Abenddämmerung, das finden wir alle sechs. Jetzt schüttet es und wir beschließen weiter bis Serbien zu fahren. Hier wird der erste Grenzer etwas nervig bis sein Chef kommt und uns durchwinkt. Zum ersten Mal war hier die grüne Versicherungskarte von Nöten. In Vrsac finden wir an der OMV-Tankstelle einen Sicherheitsmann der uns ein Telefonat mit einem günstigen Hotel vermittelt. Nach nur einmal falsch abbiegen kommen wir im strömenden Regen an und sind alle froh das es für heute vorbei ist. Nach zwei Bier entspanne sogar ich mich. Dann geht’s in die Dusche und in die Heia. Und zwar ohne Essen, es reicht noch von Mittag her.


Montag
02. Mai 2011

(3. Rallyetag)


Serbien


Rumänien


Bulgarien

Nach einem teuren, aber guten Frühstück (Omlette mit Eier und Käse und Cappu) satteln wir die Boliden wieder. Das Wetter ist noch schlecht aber der Himmel lässt Gutes erahnen. Zunächst müssen wir bzw. Thorsten erkennen das nicht alle Wege nach Rumänien auch einen Grenzübergang haben. Außerdem fragt er uns zu einem Postamt durch um dort festzustellen das heute wohl auch noch Feiertag ist . Wir müssen laut Roadbook eine Postkarte nach Syrien zu Kathan schicken. Schließlich finden wir auch die Grenze und reisen wieder nach Rumänien ein. An einem Donauarm geht es eine Straße entlang die teilweise sehr gut ausgebaut ist, teilweise aber auch an einen Feldweg erinnert. Jedenfalls sehen die Kisten jetzt auch wie Rallyautos aus. Die Aussicht ist wunderschöne. Wir treffen das Stuttgarter Team 22 welches auf der Suche nach Hydrauliköl ist. Die haben Ihren Helden schon gefunden. Ihr Auto ist genau vor dem Haus eines Kfz-Mechanikers ausgefallen. Und der hat Ihnen nicht nur geholfen sonder das ganze Team auch noch bis vier Uhr morgens mit Slibowitz versorgt. Die schöne Flußlandschaft wird von kleinen einfachen Dörfern geprägt. Immer mal wieder fahren Pferdefuhrwerke. Zwischendurch kommen auch zumeist verfallene wirklich schiache Indurstrieruinen aber meistens ist es wirklich sehr schön. Wir kommen an einer Felswand mit einem herausgehauenen Gesicht vorbei. Wir wissen zwar nicht wer der Typ war aber es sieht auf alle Fälle gut aus.
Bei einer Polizeikontrolle mit ca. 5 Beamten erfahren wir das wir eine Vignette für 3 Euro bräuchten. Netterweise verzichten die Jungs auf das Bußgeld von 150,- € wobei ich vermute das sie wohl nur ein Späßchen gemacht haben. An der nächsten Tanke gibt es dann Sprit und auch die Vignetten. Nur das zahlen dauert eine viertel Stunde bei der die Chefkassiererin ihre Unterkassiererin ständig dumm anmacht. Zwischendurch tankt und zahlt der ganze Ort einmal. Aber auch diese Hürde meistern wir. Nach kulinarischen Proviantaustauschen zwischen Hessen und Bayern geht es weiter Richtung Bulgarien. Ärmliche Dörfer wechseln sich mit Industrie und einigen sehr schönen Landschaften ab. Eine interessante Gegend. Man trifft jetzt wieder mehr Teams. Die Miesbacher Audigang war gerade da. Da es heute am Anfang etwas langsamer losging beschließen wir Bukarest und Griechenland ausfallen zu lassen. Obwohl wir bisher keine Zwischenfälle hatten ist der Zeitplan doch straff. Wir versuchen jeden Tag die 666 Kilometer auszureizen. Das schöne dabei ist das wir alle gut harmonieren.
Auf der E70 erreichen wir nach 480 Tageskilometern das rumänische Alexandria. Beim Tanken sehen wir die Miesbacher Audis. Was uns noch fehlt ist die Tagesaufgabe. Wir brauchen noch den Stempel einer Werkstatt, bevorzugt einer Jeep oder Nissan Vertragsverkstatt. Versuche bei Renault und Ford scheitern daran das dort schon zu ist.
Den Sonnenuntergang im Rücken fahren wir durch eine flache Landschaft. Kaum Bäume, dafür oft keine Häuser soweit der Horizont reicht. Nachdem sich der Tag nun seinem Ende entgegen neigt muß eine Werkstatt her. Wir finden schließlich eine kleine mit Schrottplatz. Der Typ ist sehr nett . Ich glaube zwar er versteht nicht wirklich was wir wollen aber wir dürfen ein Bild mit ihm machen. Als Nebeneffekt entstehen noch Bilder von den Boliden und dem Schrottplatz im Sonnenuntergang. Wieder eine Aufgabe abgehakt. So jetzt können wir noch 150 Kilometer fahren bis die 666 voll sind. Auf dem Weg nach Giurgiu tanken wir nochmal. Die beiden Mädels dort sind klasse. Sie telefonieren mit Ihren Ehemännern um uns das Wort „Drosselklappe“ zu übersetzen.(Aufgabe Roadbook) Schließlich haben wir es. Generell sind die meisten Rumänen sehr nett. Ausnahmen gibt es natürlich aber die gibt bei uns auch. In Giurgiu an der Bulgarischen Grenze finden wir zunächst niemanden der uns den Weg zeigt. Für 50 Euro würde uns ein Goldkettenbehängter Typ mit meiner Figur helfen. Nach fünf weiteren Helfern haben wir tatsächlich den Grenzübergang gefunden. Bulgarien im Dunkeln ist ziemlich dunkel. Wir wollen noch weiter nach Bjala. Nach einigen gescheiterten Versuchen geben wir es auf einen Campingplatz zu finden. Wir fahren auf einen Hügel mit Blick auf eine Donaubrücke. Thorsten legt sich in das Schafsklo, bei den Einheimischen unter dem Namen Köttelwiese bekannt. Ansonsten alles wie immer: Bickenbach im Freien, Kirchheim im Hotel Cherokee und wir im Lidlbungalow. Zwei Bierchen und ein traumhaft schöner Sternenhimmel runden die Nacht ab. Ein Kollege (kleine runde Brille) glaubt fest daran Sternschnuppen gesehen zu haben. Die Anzahl stieg proportional mit den Bierchen. Ca. 100 Hunde haben uns dann mit Ihrem Bellen in den Schlaf begleitet.

Dienstag
03. Mai 2011

(4. Rallyetag)


Bulgarien


Griechenland


Türkei

Wir haben in Bulgarien alle gut geschlafen. Nach dem Meistern der ersten Tageshürden (Abbau eines Wurfzeltes) ging es um ca. halb sieben los. Der Erdinger Jeeptank tropft immer noch und auch den Auspuff von Mario und Jürgen hat keiner repariert. Dominik will Meilen machen, Capuccino gibt es also erst mal keinen. Nichtmal Thorsten darf auf ein anständiges Klo gehen und stürmt den Wald. Dabei werden wir gleich von zwei Teams überholt, Team 1 und Team 64. Bulgarien macht einen ordentlicheren Eindruck als Rumänien. Fast alle Orte sehen gepflegt aus. Das Wetter ist noch etwas diesig aber zumindest regnet es nicht. Es gibt viel Landwirtschaft und relativ wenig Industrie. Der nächste Ort heißt Nova Zagora. In Galabovo tanken wir um 09;30. Jetzt tropft auch das Öl vom Ausgleichsgetriebe. Gleich nach der Tanke verfahren wir uns gepflegt. Die Straße gibt Mario aber die Gelegenheit ein Bild vom Patrol in einem 20 Zentimeter tiefen Schlagloch zu machen. Passend zur etwas tristen Gegend mit Kraftwerk fängt es jetzt zu nieseln an. Nach ein paar weiteren gepflegten Umrundungen des direkten Weges und dem entgegenkommen zweier Teams sind wir etwas verwirrt, aber 10 Kilometer später ist auch dieses Rätsel gelöst. Ein LKW hat seine komplette Ladung und so wie er ausgesehen hat auch viele der fest angebauten Teile verloren. Jetzt ist es 11 Uhr und wir haben (wegen der Meilen) noch immer keinen Kaffee und auch kein Frühstück erhalten. Wir möchten in Griechenland frühstücken. Das sind noch 58 KM. 15 KM vor Griechenland, wir konnten das Gyros schon riechen, wären wir fast auf die Autobahn gefahren. Eine galante 180 Grad-Drehung (nicht die erste am Tag) hat das verhindert. Mittlerweile fahren wir auf einer richtig gut geteerten Landstraße in Richtung Grenze. Noch 3 KM. Der Nieselregen ist mittlerweile richtiger Regen geworden.
Jetzt nichts wie zum essen. In Risia haben wir dann mit ein bisschen Mühe einen... richtig Griechen gefunden und haben dort sehr leckeren griechischen Salat, mit Schafskäse gefüllte Paprika und einen Grillteller gegessen. Half aber alles nichts, wir mussten weiter. Die türkische Grenze war nicht weit, was aber leider nicht heißt, dass es nicht lange gedauert hat. Ein Computerausfall hat alle drei Bediensteten auf die Holzbank im hinteren Teil des Büros erschöpft niedersinken lassen. Aber auch ein Computerausfall hat einmal ein Ende und nach einer halben Stunde haben wir alle Formalitäten erledigt gehabt und ab ging es BEI SONNENSCHEIN und vier Windstärken zum Grenzbild machen. 4 KM weiter in Edirne hat Dominik die Polizei nach dem Weg gefragt und daraufhin haben wir sofort Polizeischutz per Motorad (vorne und hinten) erhalten, bis wir auf der richtigen Straße waren. Jetzt sind wir auf dem Weg nach Istanbul. Auf der Landstraße 100 geht es, bei Regen, dahin. Wenigstens ist wenig Verkehr. Die Landschaft ist unspektakulär. Als wir in die Vororte kommen stehen wir prompt für eine Stunde im Stau. Dabei haben wir Gelegenheit uns in die 10 Millionenmetropole einzufühlen. Um uns herum hunderte kleine Busse, viel Polizei und natürlich der Berufsverkehr. Schließlich rollt der Verkehr wieder und Dominik und Thorsten bringen uns gewohnt souverän in das Herz von Istanbul. Wir sind vorhin schon einige Kilometer am Meer entlang gefahren aber durch den wieder einsetzenden Regen war nicht viel zu erkennen. Jetzt rollen wir am Bosporus entlang auf unser Ziel zu. Die Brücken über den Bosporus sind beleuchtet was bei der Größe ziemlich beeindruckend ist. Es regnet gerade einmal nicht uns so können wir die Fahrt in das Herz der Stadt genießen. Sollte das OK es wirklich fertig gebracht haben uns das Campen vor der Blauen Moschee zu ermöglichen. Thorsten und Dominik bringen uns gewohnt souverän zum Ziel. Den beiden gebührt der Ruhm dafür das wir unsere Ziele so gut und ohne Umwege erreichen. Wir kommen im Korso mit einigen anderen Teams an und es ist fast zu schön um wahr zu sein: Die beiden Parkplätze für die Teilnehmer liegen direkt vor der Moschee. Der erste ist schon voll von den Teams besetzt die vor uns da waren. Ein netter Herr vom türkischen OK setzt sich auf die Motorhaube vom Patrol und weist uns den Weg zum zweiten Parkplatz der normalerweise gar kein Parkplatz ist. Wir können uns den Platz aussuchen weil wir hier die ersten sind. Flux werden die Boliden geparkt uns im Falle der Erdinger auch noch mit einem Auffanggefäß für das auslaufende Benzin versorgt. Wir wandern zu Fuß zurück zum ersten Parkplatz um noch mit dem einen oder anderen zu fachsimpeln. Hier wird gerade eine große Bühne für den Mittwoch aufgebaut.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bei den Organisatoren, allen voraus Wilfried Gehr bedanken. Was Ihr bei dieser Rallye plant, das klappt nicht nur, das begeistert uns auch. Sämtliche Sonderprüfungen sind perfekt geplant und werden von motivierten und netten Menschen durchgeführt. Und die Geschichte in Istanbul war bisher das absolute Highlight. Wer kann von seinem Urlaub schon erzählen das er vor der blauen Moschee gecampt hat, inmitten einer Horde Verrückter, die mit uralten Klapperkisten nach Jordanien fahren. Daher an dieser Stelle: Herzlichen Dank.

Wir dürfen die sanitären Anlagen von den umliegenden Bars und Restaurants benutzen, die mit Flaggen der Allgäu-Orient markiert sind. Auch so eine organisatorische Meisterleistung. Jetzt knurrt der ganzen Crew der Magen. Nachdem wir mitten im Zentrum sind ist es nur wenige Gehminuten bis zu einem Basar. Die Geschäfte schließen gerade, die Gastronomie hat aber Hochkonjunktur. Wir sitzen im Freien unter Schirmen. Es regnet mal wieder, das tut unserer guten Stimmung  aber keinen Abbruch. Zwei Musiker spielen türkische Volkslieder (vermute ich mal) und es sitzen viele Einheimische unter den Touristen und spielen Schach oder andere Brettspiele. Eine schöne Stimmung mit einem Hauch von Orient liegt in der Luft. Wasserpfeifen können geraucht werden und verbreiten einen Aromatischen Duft. Istannbul hat uns innerhalb kürzester Zeit in seinen Bann gezogen. Der nette Ober überzeugt uns davon eine Grillplatte für alle zu ordern. Diese stellt sich dann  als  ein wahrer Glückstreffer heraus. Thorsten vergisst darüber sogar das es so nah neben der Moschee kein Bier gibt. Und das mitten im touristischen Zentrum. Mit Apfeltee und für Mario und Jürgen mit einer Wasserpfeife geht der Abend zu Ende Jürgen hat noch am nächsten Tag einen leicht verklärten Gesichtsaudruck was die Frage über den Inhalt der Wasserpfeife aufwirft. Noch ein kurzer Blick auf die nach uns angekommenen Teilnehmer und wir  gehen zu den Autos und bauen die Zelte, Planen oder „Autobetten“ auf. Das es regnet muss ich eigentlich schon nicht mehr erwähnen. Wir schlafen hervorragend.


Mittwoch
04. Mai 2011

(5. Rallyetag)


Türkei

Der Morgen bringt das gewohnte Bild: Dominik tigert vor der Moschee in Unterhosen und T-Shirt herum und macht Bilder vom Schlafplatz. Nachts gab es ein heftiges Gewitter welches der Schreiber dieser Zeilen wegen Bewusstlosigkeit verschlafen hat. Die Folgen konnte ich leider nicht übersehen. Das Hotel Lidl leckt. Für 30 Öcken kann mal wohl keine Wunder erwarten. Der Wasserstand war ca. 2 Zentimeter. Also erst mal alles trockenlegen. Dann Werkzeug ausleihen um den Ölstand des Ausgleichsgetriebes zu kontrollieren. Die Jungs mit dem Lastwagen haben uns ausgeholfen. Natürlich fängt es wieder zu regnen an. Schließlich ist alles erledigt nur ist jetzt eine Stange von diesem vermalledeiten Zelt gebrochen. Doch Rettung naht. Das Münchner Team dem Jürgen und Mario ihre zweite Startnummer abgegeben haben hat Zimmer in einem Hotel um die Ecke gebucht und bietet uns netter Weise an dort zu duschen. Gesagt, getan. Zwischendrin begrüsst Karen ein Türke mit einem „Guten Morgen“ auf Deutsch. Eine unserer Tagesaufgaben war es, eine Flasche Bier die wir am ersten Tag bekommen haben mit einem Türken zu trinken, und das zu dokumentieren. Dieser Punkt ist also erledigt. Jürgen und Mario bringen die Homepage auf den neusten Stand. Dominik und Thorsten machen sich schon mal auf den Weg um die Strecke  zur Fähre zu dokumentieren. Karen, Tom, Mario und Jürgen gehen zum Frühstücken zum Kumpel von einem Andenkenverkäufer der uns unter seiner Markise Schutz vor dem letzten Wolkenbruch gewährte. Dann geht es auf um die Tagesaufgaben zu lösen. Zunächst ins Postamt, eine Karte aufgeben. Das Postamt liegt im Keller des Justizgebäudes. Akten werden hier einfach in den Fluren aufbewahrt in denen hunderte von Menschen laufen. Wir treffen einen netten jungen Anwalt der in Salzburg studiert hat und Deutsch spricht. Er schreibt uns den Fan-Song von Fenabace Istanbul auf und singt ihn uns sogar noch vor. Diesen müssen wir laut Roadbook Abends im Stadion beim Spiel Formel 1 Fahrer gegen Allstars vor einer Jury vorsingen. Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit Zelt reparieren und durch das Fahrerlager spazieren. Die VOX-Autodoktoren werkeln an einem BMW herum. Einige haben auf der Fahrt schon die eine oder andere Panne erlebt. Es sind halt keine Neuwagen. Ein Termin mit den türkischen Offiziellen verschiebt sich von eins auf zwei und dann auf halb vier. Aber es gibt soviel zu schauen und zu „ratschen“ das es keine Rolle spielt. Und dann sind sie da, die Offiziellen die uns diesen Aufenthalt in Istanbul ermöglicht haben. Da ist Sultan Ahmed, der Gouverneur und der Bürgermeister. Alle halten kurze Reden und gegen Ende, na ratet mal da regnet es wieder. Wilfried hält auch noch eine kurze Ansprache. Es scheint nun so zu sein das das Türkeiprogramm bis zur syrischen Grenze abgewickelt werden kann. Dann wird es wohl per Schiff nach Zypern gehen und von dort aus nach Israel oder Ägypten. Nach der Rede geht es zum Lemans-Start vor die Blaue Moschee. Dabei müssen wir Steine herzeigen. Alle Teams auf der Treppe zur Moschee mit ihren Steinen in der Hand geben ein buntes beeindruckendes Bild. Ein Teams hat drei Steine die nur noch mit einer Sackkarre zu transportieren sind. Die werden einen Haufen Spaß haben. Nach den obligatorischen Bildern wird von zehn auf null heruntergezählt. Dann laufen, rennen oder gehen alle zu Ihren Autos und starten mit viel Gehupe in Richtung Fähre. Die Türken am Straßenrand winken uns zu und man spürt den „Geist der Allgäu-Orient“  Der Weg ist nicht weit und alle dreihundert Fahrzeuge werden ruck zuck auf die Fähre verfrachtet. Auch bei dem trüben Wetter ist diese Stadt vom Wasser aus sehr beeindruckend. Nach zwanzig Minuten kommen wir im asiatischen Teil Istanbus an. Mehr oder weniger im Konvoi geht es dann zum Fenerbahce Stadion. Das Parkhaus füllt sich mit den Rallyefahrzeugen. Und jetzt kommt die eigentliche Herausvorderung. Die Steine müssen mit auf die Tribüne. Unsere sind zwar schwer aber noch irgendwie zu tragbar. Am Eingang treffen wir das Team mit den Felsbrocken. Auf einen mitleidigen Blick von mir reagieren die Jungs mit einem „Warts ab bis gewogen wird“. Zehn Sekunden später sehen sie die Treppen auf die Tribüne. Das Problem stellt sich aber gar nicht mehr. Die Sicherheitsleute sind mit den Steinen nicht wirklich glücklich. So genau schauen sie aber doch nicht hin. Karen bringt ihren Stein durch und Thorsten wird zwar abgetastet. Den Felsbrocken auf seiner Schulter übersieht der gute Mann wohl. Am Ende bringen wir zwei von drei Steinen rauf, der dritte muß unten warten bis wir gehen. Das Spiel fand nur mit einigen unbedeuteteren Fahrern und Mechanikern statt.

Donnerstag
05. Mai 2011

(6. Rallyetag)


Türkei

Tagesziel Ankara: Hotel zahlen und auf geht es.
Zunächst ist die Sicht wieder einmal gleich null. Thorsten wird langsam wach was für die anderen Funkfolter bedeutet. Musikauschnitte wechseln sich mit Beschimpfungen des „Schnakefängers“ Dominik ab. Das ist besser als CD. Die Sicht wird besser und wir überholen das Busteam. Uns überholen daür die österreichische Voyager-Gang und die Hamburger mit dem Kinderrad am Dach. Die Landschaft wird wieder hügeliger, die Straßen langsam schlechter. Zwischen Nieselregen und dichten Wolken scheint immer so für 20 Sekunden die Sonne. Zwischendurch hat man fast das Gefühl in Österreich zu sein. Laut Navigatoren sind wir auf 1500 Metern. Wir fahren durch die anatolische Hochebene. Gerade erfahre ich das man Torsten ohne „h“ schreibt. Anscheinend wurde gestern Nacht als ich geschlafen habe über Funk ein Musikquiz gespielt. Wieder zum Thema. Laut Reiseführer Torsten (ohne h) ist es hier im Winter sehr kalt und im Sommer sehr heiß. So schaut es auch aus. Die Bäume scheinen sich nicht entscheiden zu können ob Sommer oder Winter ist. Es ist alles irgendwie nur „halbgrün“ Allmählich wird die Besiedelung wieder dichter. Torsten und Dominik können sich nicht einigen ob 3,7 oder 4 Millionen Einwohner. Viele davon leben jedenfalls in kleinen Bruchbuden. Zuerst müssen wir auf die Burg (Roadbook) um ein Omelette mit Käse und Tee zu essen. Dafür müssen wir durch richtig enge Gassen fahren. Hinter uns kommt die Entengang. Denen ist eine Ente rückwärts auf einen Bus gerollt. Nach lautstarkem diskutieren konnten Sie den Busfahrer auf 20 Euro herunterhandeln. Die Burg ist schön auf einem Hügel gelegen und bietet nach allen Seiten einen wunderbaren Ausblick auf Ankara. Vor allem kommt die Sonne ab und zu und es wird teilweise schön warm. Auf der Burg kann man ohne Absperrungen herumklettern, teilweise zwanzig Meter über dem Abgrund. Die Lehrer der türkischen Schulklassen sehen das sehr entspannt. Die Kinder finden uns lustig und Torsten (ohne h) hat einen Haufen Spaß mit Ihnen und umgekehrt. Nachdem wir gespeist haben und ein Bild mit der Chefin gemacht haben holt Torsten noch den Stempel. Dann geht es zurück zu den Autos. Das Ausparken wird ein bisschen eng aber auch diese Hürde wird gemeistert. Wir fahren zum Hypodrom. Das ist ein großer Platz mit Tribünen mitten in Ankara neben dem Basketballstadion. War wohl früher eine Pferderennbahn, jetzt wird dort Kart gefahren. Jedes Team ballert erstmal volle Kanne über den Platz. Danach suchen wir uns Stellplätze bei den Tribünen. Ca.50 Autos sind bereits da. Als erstes stellt Team Erding das obligatorische Spritauffangbecken, bestehend aus einer Flasche und einem Trichter darin auf. Dominik hat uns genötigt auf einem weiter von ihm entfernten Platz zu parken. Angeblich stinken wir nach Benzin, Unverschämtheit. Dann lege ich mich unter den Cherokee um die allgemeine Lage zu checken. Dabei fallen mir nicht ein, nicht zwei sondern gleich drei unangenehme Dinge. auf. Der Auspuff hängt nur noch am sprichwörtlichen seidenen Faden, der hintere rechte Stoßdämpfer hat den Geist aufgegeben und ganz nebenbei höre ich ein leichtes Säuseln mit dem der hintere rechte Reifen sein Leben aushaucht. Den Garaus haben ihm drei Schraubenteile gemacht die ich mir wohl bei der Platzrunde eingefangen habe. Karen macht ein Ersatzrad vom Dach klar und ich gehe erstmal auf das stille Örtchen welches der Hausmeister leider mit einer Fort Knox mäßigen Kette zugesperrt hat. Nach einigem guten Zureden lässt er sich dann erweichen. Als ich zum Auto zurückkomme haben die Heinzelmännchen meinen Reifen schon gewechstelt. Erleichterung also im doppelten Sinne. Dominik und Torsten haben es sich mit Campingstühlen auf dem Dach Ihres Nissans gemütlich gemacht. Leider muß ich diese traute Zweisamkeit nochmal stören damit wir den Auspuff wieder mit Draht ans Auto dengeln können. Dominik lässt sich erweichen und bald ist auch dieses Problem gelöst. Schaun wir mal wie lange. Nach und nach trudeln alle Teams ein. Mein persönliches Highlight ist ein finnisches Team, die flying Finns. Diese Verrückten haben ein Saunazelt aufgebaut, welches nach zwei Stunden betriebsbereit ist. Glück für die Jungs das die jetzt wieder kühleren Temperaturen diesen Saunagang zum Genuss werden lassen. Was hätten die bei vierzig Grad gemacht? Bei der letztjährigen Allgäu-Orient ist übrigens vom Start bis zum Ziel kein Tropfen Regen gefallen. Bei uns ist es umgekehrt, es hat noch keinen Tag nicht geregnet. Aber wie sagt der Araber: Inschallah oder so ähnlich. Wir wundern uns immer wider über einzelne Teams die sagen sie reisen zurück wenn sie heute nichts Konkretes hören. Wir können das nicht nachvollziehen weil Wilfried beim Start ausdrücklich gesagt hat das wir in Ankara hören wie es weitergeht.
Schließlich machen Dominik, Torsten, Karen und ich einen kleinen Spaziergang durch die „Boxengasse“. Da gibt es einige die an Ihren Kisten rumschrauben. Dominik, der in technischen Dingen sehr interessiert ist schaut bei jeder offenen Motorhaube rein. Bis wir schließlich zum Team 55 kommen. Bei den Jungs lässt sich der Zündschlüssel nicht mehr drehen. Somit können sie weder das Auto anlassen noch das Lenkradschloss drehen. Es dauert nicht lange da sitzt er mit Thorsten im Auto. Und dann kommt was kommen mußte. Torsten der Mann vom Bau ist für´s Grobe zuständig. Mit der Zange reißt er das Lenkradschloss erstmal aus der Verankerung. Andi der Besitzer des Autos wird leichenblass. Auch für mich als Laien sieht es jetzt so auch als ob das Teil nie wieder laufen wird. Nachdem Torsten auch noch mit roher Gewalt das Zündschloss entfernt schaut es vollends wie auf einem Schlachtfeld aus. Aber immerhin lässt sich das Lenkrad wieder drehen. Leider fehlt noch eine Kleinigkeit, der Benz sollte auch wieder anspringen. Hier kommt unsere Geheimwaffe Dominik zum Einsatz. Cool nimmt er sich Kabel für Kabel vor und nach bald zwei Stunden springt die Möhre wieder an. Große Erleichterung auf allen Seiten. Karen und ich haben in dieser Zeit schonmal zwei bis drei Dosen vom Belohnungsbier getrunken. Zwischendurch bekommen wir vom OK einen Zettel mit dem weiteren Plan. Sie haben jetzt wirklich eine Fähre organisiert die pro Person 330,- € kostet. Damit geht es nach Zypern und nach einer Runde um Zypern (ich vermute den türkischen Teil) wieder zurück auf die Fähre. Mit ihr fahren wir dann nach Haifa und von dort aus nach Jordanien. Hört sich gut an. Der Preis ist auch relativ, weil die Fahrt durch Syrien auch 300,- bis 400,- € gekostet hätte.

Zurück beim Auto sehen wir wie die Jungs aus Schongau mit Feuerwerkskörpern experimentieren. Dabei werden unmittelbar neben unserem Auto Gaskartuschen angezündet. Ich überlege noch was mich an diesem Bild außer der Tatsache das man sich als Gast eines Landes nicht so aufführen sollte, stört als mir siedendheiß die Flasche mit dem Benzin unter unserem Tank einfällt. Gottseidank reagieren die Jungs auf meine Bitte sofort und machen alle Feuerchen rund ums Auto gleich aus. Nachher entschuldigen sie sich und damit hat sich´s zum Glück. Ich bete nur das sich auf der Fähre jeder ans Rauchverbot hält. Wir gehen auf die trockene Tribüne zum Schlafen, um uns herum die Lichter Ankaras.

Freitag
06. Mai 2011

(7. Rallyetag)


Türkei

Wie immer haben wir hervorragend geschlafen. Nicht so Karen, die in Ihrem Schlafsack gefroren hat wie ein Schneider (sehr lustiges Wortspiel). Dann stellen wir die Autos für den LeMans-Start auf. Vorher sammelt Marlie mit ein paar anderen vom OK (Organisationskomitee) das Geld für die Fähre ein. Vereinzelt hört man Unmut. Schließlich spricht Wilfried zu uns. Er ist sichtbar angeschlagen. Anscheinend haben sich einige Teams bei ihm über eine angeblich schlechte Organisation beschwert und ihn massiv angegriffen. Wir im Team können das nicht nachvollziehen. Jeder kannte beim Start die Optionen und konnte sich dort entscheiden mitzufahren oder eben nicht. Die Rallye wirbt mit dem Spruch „ Das letzte automobile Abenteuer der Welt“ und nicht mit „die letzte automobile Pauschalreise der Welt“. Vielleicht zieht  der zunehmende Bekanntheitsgrad der Rallye auch einige Teilnehmer an, die bei Pauschalreisen besser aufgehoben wären als bei einer Veranstaltung bei der  ein gewisses Maß an Selbständigkeit gefragt ist. Wir im Team 17 sind auf alle Fälle mit der Informationspolitik und den Lösungen die Wilfried und seine Mannschaft uns bieten sehr zufrieden. Dem Applaus nach zu urteilen sind die meisten Teams unserer Meinung.
Jetzt kommt ein türkischer Minister auf die Bühne. Er hält eine Rede auf Englisch und ist sehr herzlich. Er macht Werbung für die Türkei und den EU-Beitritt und wünscht uns eine gute Reise. Man spürt das den Türken viel an der EU liegt und die Rallye profitiert davon.
Dann kommt der LeMans-Start. Und diesmal geht es schon zur Sache. Eine Spur steht zum Glück unter Wasser und genau die wählen die vorausfahrenden Bickenbacher. Unsere Bugwelle schwemmt den neben uns fahrenden R4 fast weg. Schließlich geht’s raus auf die Straße in Richtung Kayseri. Dort treffen wir einen ehemaligen Arbeitskollegen von Torsten, Hassan Sezer.
Ich möchte an dieser Stelle mal einen Gruß an unsere Lieben daheim schicken. Schließlich haben Sie uns für diesen Trip „freigegeben“ was bei Weitem nicht selbstverständlich ist. Das Team 17 sagt danke an Thomas, Max, Simone, Iris ,Julia, Sophie, Beate, Max, Jonathan, Philipp, Candida, Lea, Alexandra, Marcel. Ach so und Iris:
egal was er am Telefon behauptet, er hat noch kein Gramm abgenommen.

Samstag
07. Mai 2011

(8. Rallyetag)


Türkei

Wieder sehr gut geschlafen. Das Städtchen heißt Malatya.     Die Erdinger haben es gut erwischt weil sie hinten raus geschlafen haben. Bei den anderen lag die Hauptstraße vor dem Fenster. Vermutlich die Rache des Rezeptionisten an Torsten der ihn gleich mal heruntergehandelt hat. Gestern Nacht ist der Ulmer Bus auch noch gekommen. Die sind aber vor erschöpfung direkt ins Bett gegangen. Geweckt wurden wir wieder mal vom vertrauten Geräusch eines Wolkenbruchs. Allmählich wird das Wetter unter uns zum „running Gag“. Beim Frühstück haben wir ab und zu Blick auf einen Berg der noch mit den Resten von Schnee bedeckt ist. Wir arbeiten noch eine Stunde am Roadbook. Durch die geballte Anzahl an vielen Ländern in so kurzer Zeit ist es gar nicht mehr so einfach alle Bilder von den verschiedenen Kameras zusammenzusuchen und dann noch dem richtigen Land zuzuordnen. Aber schließlich ist auch das geschafft. Jetzt geht es Richtung Midyat kurz vor der irakischen Grenze. Später fahren wir auch an der syrischen Grenze entlang. Ist ein komisches Gefühl so nahe an einigen der politischen Brennpunkte dieser Welt herumzufahren. Anscheinend gibt es ein Team das auf eigene Faust durch Syrien reisen will. Die haben zwar einen Syrer dabei, aber das Risiko wäre uns trotzdem viel zu hoch.  Und wenn sie durchkommen dann wissen sie ja auch nicht ob die Einreise nach Jordanien möglich ist.
Bei wechselhaften Wetter fahren wir von Malatya in Richtung Mardin. Die Straßen sind größtenteils gut und die immer noch bergige Landschaft schlichtweg beeindruckend. Die Berge sind hoch, haben aber keine steilen Felswände wie bei uns in den Alpen. Die Vegetation ist unten karg, oben wächst nur Gras in verschiedenen Grüntönen. Dazwischen kommen einige kleinere und ein großer See. In Diyarbakir tanken wir. Die Spritpreise sind astronomisch. Wir zahlen für 50 Liter 100 Euro. Dafür gibt es vom freundlichen Tankwart Taschentücher geschenkt. An den Ampeln stehen teilweise Kinder und versuchen uns Verschiedenes zu verkaufen. Wenn sie sehen das wir kein Interesse haben sind sie aber nicht aufdringlich sondern lachen uns einfach an. Wir wissen nicht ob die Leute am Straßenrand aus Freundlichkeit winken oder weil Torsten vorne wieder irgendwelche Faxen macht. Wir vermuten mal beides. Hier tragen jetzt mehr Menschen traditionelle Kleidung. Das Straßenbild ist sowohl von modernen als auch von alten Fahrzeugen geprägt. Dazwischen gibt es immer mal wieder einen Eselkarren oder auch relativ große Handkarren. Noch 40 Kilometer bis Mardin. Die Busjungs haben wir wieder eingeholt. Sie sind zwar zwei Stunden vor uns losgefahren aber ein Bus bei den Bergen hier nicht ganz so schnell. Ansonsten haben wir heute weit weniger Teams gesehen als auf den letzten Etappen. Ich vermute fast wir sind im hinteren Drittel. Vielleicht wollen sich einige noch ein Zeitpolster erfahren um noch einen Puffer zu haben falls am Auto was fehlt. Wir haben für diesen Fall einen halben Tag Sicherheit. Damit müssten wir morgen um 22 Uhr an der Fähre nach Zypern sein.
In Merdin kommt was kommen musste. Wir sollen laut Roadbook Güzleme bestellen und uns mit dem Meister der sie macht fotografieren lassen. Nach etwa einer Stunde und ca. zehnmal Nachfragen finden wir tatsächlich so eine Bude. Entweder ist es die Einzige oder wir sind blind. Güzleme schmecken sehr leckerl. Es ist ein zusammengefalteter Pfannenkuchen mit Käse und etwas kleingehacketen Grünen (Petersilie ?) Torsten unser Sensibelster fühlt sich unwohl weil der Laden etwas schmutzig ist und alle Fliegen auf ihn zufliegen. Entsprechend erleichtert ist er als wir nach Foto wieder gehen können. Als nächstes steht  Mydjat auf dem Programm. So nahe kommen wir der irakischen und syrischen Grenze auf dieser Tour nie wieder. Wir hätten uns alle auf Damaskus gefreut und schauen deswegen ein bißchen wehmütig Richtung Syrien. Andererseits ist die Route Zypern-Israel-Jordanien auch sehr spannend. Wir sind ja alle noch jung.....
In Mydiat müssen wir das älteste Gebäude mit entsprechendem Schild davor finden und fotografieren. Na hoffentlich wird das nicht wieder so zeitaufwändig wie mit den Güzleme. Inzwischen ist es zumindest leidlich warm, so um die 20 Grad. Unser Luxusliner, der Jeep Cherokee aus Kirchheim hat außer beigen Ledersitzen auch ein Außenthermometer. So schallt alle fünf Minuten die Frage durch den Äther wie warm oder kalt es ist. Zwischendurch kommen immer wieder schwarze Wolken mit den entsprechenden Wolkenbrüchen. Aber man gewöhnt sich daran. Schließlich erreichen wir Midyat. Hier müssen wir ein 1200 Jahre altes Haus mit entsprechender Aufschrift darauf finden. Auf der Hauptstraße bietet uns ein freundlicher Herr an vorauszufahren.  Bei unseren Recherchen im Ort treffen wir einen Lehrer und den Bürgermeister des Ortes. Beide erzählen uns das alle Häuser wesentlich älter sind als 1200 Jahre. An einem Platz haben wir mehrere Teams parken sehen. Nun gehen die Meinungen auseinander. Die einen meinen der gesuchte Ort müsste hier sein, die anderen wollen wo anders suchen. In den engen Straßen des historischen Ortes gibt es jede Menge Kinder. Die sind ein bisschen anhänglich und springen hinten auf die fahrenden Autos. Gut das wir nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Bei der Suche kommen wir auch zu einem syrisch orthodoxen Kloster. Dort treffen wir einen Schweizer der hier geboren wurde. Er war vor kurzem noch in Syrien wurde aber auch aufgefordert das Land zu verlassen. Die jordanische Grenze ist ohnehin zu. Schließlich machen wir das gewünschte Bild. Es war wohl doch da wo alle Autos standen. Die ganze Aktion hat uns wieder ganz schön Zeit gekostet. Obwohl der Ort sehr schön ist machen wir uns wieder auf den Weg. Es geht im Sonnenuntergang (ja sie scheint gerade wirklich) entlang der Grenze nach Syrien in Richtung der Hafenstadt Mersin. Links die Grenztürme und rechts in der Ferne die Berge über die wir gekommen sind. Gerne wären wir über die Grenze gefahren und hätten dieses für uns so fremde Land durchquert. Ich denke einige im Team haben gerade denselben Gedanken: Irgendwann kommen wir wieder und reisen nach Damaskus. Wir sind nun wieder auf einer der Hauptstraßen die größtenteils zweispurig sind.
In Sanliurfa wollen wir uns ein Zimmer suchen. Nach ca. fünf Versuchen geben wir es auf. Entweder ist besetzt oder unser Budget von durchschnittlich 11,11 € gibt die Übernachtung nicht her. Wir überlegen und kommen zu dem Schluss bis Gaziantep weiterzufahren. Zwischendrin versuchen wir es nochmal aber zum einen sind nirgends 6 Betten frei und zum anderen sind die Zimmer so, dass eine Nacht im Auto in jedem Fall vorzuziehen ist. Um ein Uhr Nachts kommen wir dann ziemlich gerädert in Gaziantep an und finden einen Taxifahrer der uns für 10 Türkische Lira zum IBIS-Hotel bringt. Dort bekommen wir günstige Zimmer. Wir gönnen es uns zum ersten Mal auszuschlafen.

Sonntag
08. Mai 2011

(9. Rallyetag)


Türkei

Das Frühstück ist gut und reichlich und jetzt kommt´s.

Die Sonne scheint und wir können in kurzen Klamotten draußen frühstücken. Wir können es nicht glauben. Hoffentlich sind wir jetzt im Sommer angekommen, geregnet hat es bisher wirklich genug.

Nach dem Frühstück tragen wir noch die Bilder für´s Roadbook zusammen. Wir haben natürlich jedes Bild mit einer anderen Kamera gemacht und so ist es etwas mühsam alles zusammen zu klamüsern. Was aber für Jürgen keine wirkliche Herausforderung darstellt. Dominik und Torsten schütten noch einen 20 Liter Kanister Diesel nach. Wir lassen die hohen Benzinpreise jetzt hoffentlich mit dem Regen ab Israel hinter uns.

Die Straße führ nach Adana. Bei strahlend blauen Himmel fahren wir über Berge, auf denen es jetzt wieder Bäume und Wälder gibt. Alles ist saftig und grün. Das wird sich über den Sommer wohl ändern. Die Straße bietet sagenhafte Ausblicke und wir machen zum ersten Mal auf dieser Tour einen Fotostop. Wir filmen alle drei Autos im vorbeifahren. In ein paar Tagen müssen wir sie in Jordanien abgeben. Irgendwie sind sie uns ja schon ans Herz gewachsen. Sogar Tom hat sich inzwischen an die verschiedenen Geräusche und Öltropfen aus verschiedenen Getrieben oder Benzintanks gewöhnt. Aber vor der Abgabe gibt es ja noch einiges zu erleben.

Die zunehmende Industrie zeigt an das wir uns wieder einer großen Stadt, nämlich Mersin nähern. Der Nachteil der großen Entfernungen ist, das man eigentlich immer die größte Landstraße nehmen muß und für Nebenstrecken keine Zeit hat. An diesen meist zweispurigen Straßen ist unheimlich viel Industrie angesiedelt. Deshalb hat man zwanzig Kilometer vor und nach den Städten zwar weniger schöne Landschaften aber dafür sieht man einen Haufen Menschen, Pferdefuhrwerke oder Märkte im Vorbeifahren. Bei Traumwetter laufen wir in Mersin ein. Immer öfter kommen uns hupende Autos mit Fahnen und jubelnden Menschen entgegen. Wir vermuten richtig, es kann sich nur um Fußball handeln. Später erfahren wir das der erste FC Mersin oder wie auch immer der Verein heißt, heute in die erste türkische Liga aufgestiegen ist. Und das führt dazu das die ganze Stadt komplett aus dem Häuschen ist. Links sehen wir einige Teams parken, nachdem wir aber noch einen Haufen Zeit haben fahren wir weiter bis zu einem kleinen Hafen für Fischerbötchen und Ausflugsschiffe. Von da aus spazieren wir am Meer entlang. Einige Kinder lassen Drachen steigen und einen kleinen Basar gibt es auch. Nachdem uns der Magen knurrt gehen wir dann in die Stadt. Mersin ist eine riesige gepflegte Hafenstadt die wohl viele gemütliche Ecken hat. Wir sehen nur einen Bruchteil, aber das was wir sehen gefällt uns sehr gut. Schnell ist ein Lokal mit einem gut englisch sprechenden Wirt gefunden. Er war ein paar Jahre in Amerika und arbeitet jetzt immer nachmittags im  Restaurant. Vormittags ist er Lehrer. Auch eine interessante Kombination. Es gibt gegrillte Calamares, mixed Grill, Salat und diverse Vorspeisen. Dabei ist auch sind auch Teller mit Minze und Peperoni. Jetzt darf man dreimal Raten wer wieder herzhaft zubeißt. Es ist natürlich unser Torsten und die Peperoni ist natürlich wieder genau so scharf. Zum Glück hat er diesmal ein kleines Stück erwischt. Nach dem Essen suchen wir noch einen Laden der unsere Bilder für´s Roadbook ausdrucken kann. Wie immer sind die Menschen, die wir fragen sehr freundlich und hilfsbereit. Einer bringt uns zu einem Internetcafé wo es leider auch keinen Drucker gibt. Es ist Sonntag und die meisten Geschäfte haben zu. Vielleicht liegt es auch am Fußball. Schließlich geben wir auf. Ein Gerücht (und derer schwirren so viele durch die Gegend wie es Teams gibt) besagt das wir die Bilder auf Zypern ausdrucken können. Mal schauen. Ein weiteres Gerücht besagt das die Fähre nach Zypern schon um neun fährt. Wir sind zwar früh dran fahren aber sicherheitshalber zum Industriehafen. Zunächst weiß keiner Bescheid aber dann kommen Wilfried und Marlie und verteilen Zettel. Die Abfahrt der Fähre verschiebt sich auf morgen 15 Uhr und das Schiff liegt in einem 70 Kilometer entfernten Hafen namens Mersin Tasucu Seka. Von dort aus werden die Autos verschifft. Dann werden wir alle mit dem Bus zu einem nahe gelegenen Hafen gebracht von wo aus das Passagierschiff dann fährt. Unser Schiff heißt M/F Tasucu und die Fähre RO/RO Mersin. Es gibt wohl ein Gesetz das die Fähren nach Israel nicht oder zumindest nicht voll mit Passagieren besetzt sein dürfen. Auf alle Fälle ist alles für uns sehr spannend. Schaun wir mal wo wir rauskommen, am Ende. Wir hoffen das Wilfried nicht wieder soviel negatives Feedback bekommt. Team 17 empfindet diese Änderungen eher als das Salz in der Suppe. Wer kann schon von sich sagen das er mit einem uralten Auto irgendwo in der Türkei sitzt und nicht weiß wann er weiterkommt und ob er dann am Ende in Zypern, Ägypten oder Israel rauskommt. Solche Dinge wollen wir erleben und wir wünschen dem OK von ganzem Herzen das die anderen Teams es auch so sehen und sich nicht all zu viele beschweren weil es nicht „planmäßig“ weitergeht. Wir sagen: Macht weiter so, wir wissen was Ihr leistet und können uns annähernd vorstellen was ihr gerade mitmacht.

Für uns stellt sich jetzt die Frage wie wir weitermachen. Unser Budget von durchschnittlich 11,11 € je Nacht gibt kein Hotel mehr her und eigentlich hat auch keiner mehr Lust darauf. Wir wollen lieber am Strand oder zumindest auf einem Campingplatz schlafen. Also fahren wir Richtung Antalya weiter. Zunächst geht es aber noch ca. zwanzig Kilometer durch Stadtgebiet am Meer entlang. Plötzlich stockt der Verkehr, auf der Gegenseite geht kilometerlang gar nichts mehr. Der Grund wird schnell klar: Eine Tribüne ist aufgebaut und hier werden die Fußballhelden heute gefeiert. Überall winken uns die Fans zu und wir stimmen natürlich in das Hupkonzert mit ein. Nach gefühlten Ewigkeiten kommen wir aus der Stadt heraus. Plötzlich überholt uns ein Rettungswagen mit Blaulicht winkt uns raus. Nach der ersten Schrecksekunde schnallen auch wir das es sich um einen Teilnehmer der Rallye handelt. Wie wie später erfahren war das Auto in Kitzbühel stationiert und hat verletzte Skifahrer ins Hospital gebracht. Nach 400.000 Kilometern hat der VW-Bus nun ausgedient. Blaulicht und Sirene funktionieren noch. So stoppen uns die Piloten. Sie wollen wissen wie die weitere Planung ist, da sie noch nichts gehört haben. Wir geben Ihnen die gewünschten Infos und fahren weiter. Nach ca. 60 Kilometern tanken wir und fragen gleich nach einem Zeltplatz. Die Tankstelle ist nagelneu. Drei Türken diskutieren lautstark miteinander wo ein Zeltplatz ist. Nachdem wir uns nur schlecht verständigen können ruft einer einen Freund an der fließend Deutsch spricht. Torsten spricht mit ihm, er heißt Kemal und ist ein pensionierter Bauingenieur wie er. Nach ca. zwanzig Minuten hat Dominik es geschafft zu zahlen. Ist eben alles noch nagelneu. Wir fahren ein Stück zurück und schließlich sehen wir ein unauffälliges Schild zum Campingplatz. Der Feldweg ist nicht beleuchtet aber als wir schon denken der Platz ist geschlossen sehen wir die Autos von zwei Teams parken. Wir stellen die Autos zwanzig Meter vom Meer entfernt ab und setzen uns erst Mal auf eine Bank und genießen den Abend beim Meeresrauschen. Mitten in der Bucht sieht man schemenhaft eine Burg im Wasser stehen, rechts sind auch einige Ruinen. Der Platz macht einen fast schon verlassenen Eindruck. Außer uns sind nur ein Holländischer und ein Friedrichshafener Camper da. Die Lage scheint super zu sein, soweit sich das bei Dunkelheit sagen lässt. Bei ein paar Bier und Wein lassen wir den Abend ausklingen. Spontan beschließen Erding/München und Bickenbach im Freien zu schlafen. Die Kirchheimer gehen ins Luxusbett Ihres Jeeps.


Montag
09. Mai 2011

(10. Rallyetag)


Türkei

Eine ruhige Nacht liegt hinter uns. Die anderen beiden Teams fahren relativ zeitig los. Sie waren schon die zweite Nacht hier. Das liegt daran, das sie, wie einige andere auch, Ostanatolien ausgelassen haben und gleich hierher gekommen sind. Das spart natürlich Zeit aber wir wollten uns, trotz der durch die Unruhen in Syrien bedingten Umwege, nicht davon abbringen lassen, die im Roadbook gestellten Aufgaben zu lösen. Das ist zwar sehr viel Fahrerei aber eigentlich ist es bisher keinem von uns zu viel geworden. Und durch die Umplanung können wir heute einen halben Strandtag genießen. Vier von uns wagen sich sogar ins Meer. Wir wollen die „Weicheier“ nicht namentlich benennen, nur so viel: Es waren ein weibliches Teammitglied und ein Teamchef die wasserscheu sind. Das Wasser ist für Anfang Mai angenehm warm. Der Platz liegt einmalig. Eingerahmt von Ruinen mit Blick auf die Burg im Meer muß es hier einmal richtig schön gewesen sein. Jetzt holt sich die Natur den Platz Stück für Stück wieder zurück. Das hat seinen Charme und tröstet über die verfallenen sanitären Anlagen hinweg. Offiziell gibt es den Platz wohl gar nicht mehr. Der Besitzer, ein alter Herr macht wohl nur noch hobbymäßig weiter. Seine Kinder haben andere Berufe und so bleibt wahrscheinlich nicht viel Hoffnung das dieser Ort seinen Charme bewahren wird. Die Lage ist jedenfalls ein Traum. Neben uns steht der Camper aus Friedrichshafen. Das Ehepaar dem er gehört fährt jedes Jahr für drei Monate durch Europa um wilde Orchideen zu fotografieren während sie blühen. Da die Knollen in der Türkei unter anderem für Potenzmittel, viel Geld bringen sterben die Orchideen hier aus erzählt uns der Mann. Sie werden daher wohl nicht mehr in diese Gegend kommen. Der Geheimtipp waren bisher die Friedhöfe, die oft recht verwildert sind. Aber nachdem diese in den letzten Jahren zunehmend renoviert werden verschwinden die Orchideen auch dort. Was wir auf dieser Reise nicht so alles erfahren. Bevor die anderen beiden Teams fahren erzählen sie uns noch das neueste Gerücht. Die Fähre geht angeblich nun nach Ägypten und doch nicht über Zypern und Israel. Wir geben inzwischen nichts mehr darauf und warten einfach ab was kommt. Inschallah. Und jetzt geht’s noch ein ein bisschen in die lange vermisste Sonne, bis wir zur Fähre fahren.

Auf der kurzen Fahrt zum Fährhafen treffen wir mehrere andere Teams. Angekommen finden wir schnell zwei Dinge heraus. Wir haben um zwei Kilometer danebengeschossen, sind also im falschen Hafen und es schwirren mal wieder zwanzig Optionen durch die Gegend. Nach kurzem Warten gibt es aber eine schriftliche und mündliche Info der Teamleitung. Israel lässt uns nicht einreisen da nicht alle Teilnehmer deutsche Pässe haben und unsere Fähre unter zypriotischer Flagge fährt. Also kommt jetzt wieder der Plan zum Zug der in Deutschland schon einmal anvisiert war. Das bedeutet zuerst mit der Fähre über Zypern an zu fahren und dort eine Inseltour einzufügen. Dort herscht Linksverkehr was die Sache auch mal wieder interessant macht. Von da aus geht es Abends wohl mit dem gleichen Schiff vom gleichen Hafen aus nach Port Said in Ägypten. Wo wir dann über den Sinai ans Rote Meer nach Taba fahren werden. Von da aus wird dann, wenn alles klappt, mit einer Fähre nach Akaba übergesetzt. Das hört sich doch mal nach einem guten Plan an. Wir fahren die zwei Kilometer zum richtigen Hafen und spannen zwischen den Fahrzeugen eine Plane als Sonnenschutz auf, dennoch verhalf das Lange warten bei einigen zu einem Sonnenbrand. Um uns herum treffen nach und nach die anderen Teams ein.

Das Team „Orientalproms“ war leider  unterwegs in einen Unfall verwickelt gewesen. Dabei wurden zwei von drei A4 beschädigt und ein Fahrer des Teams sowie eine einheimische Fahrerin die den Unfall wohl verursacht hat, verletzt. Einen A4 mußten sie verschrotten den zweiten schleppt das noch intakte Fahrzeug nun ins Fahrerlager. Ein paar Jungs nehmen sich des Autos an, es schaut nicht wirklich gut aus. Der verletzte Fahrer ist sogar dabei, somit sind die Jungs wieder zu sechst. Und anscheinend kann das Auto repariert werden. Nach ein paar Stunden steht es zumindest einigermaßen geflickschustert wieder fahrbereit da. Der neue Kühler ist eigentlich zu hoch, somit geht die Motorhaube nicht mehr zu. Geschraubt wird allerorten, es scheint aber nichts ernstes zu sein. Über dem Fahrerlager schwebt eine Wolke vom Rauch der vielen Grills, es wird geköchelt und gefachsimpelt. Schließlich gegen halb zehn geht es los. Naja was man so losgehen nennt. Die Fahrzeughalter, auf welche die Autos zugelassen sind müssen in Fünfergruppen in den Hafen fahren um Ihre Fahrzeuge zolltechnisch abzuwickeln. Gesagt, getan. Zuerst gehts in ein Häuschen wo Pass und Papiere des Fahrzeugs vorzulegen sind. Dann ein paar Schalter weiter noch Stempel, Unterschriften und jede Menge Verwirrung. Schließlich geht es, leicht genervt, zu den Autos die jetzt alle kreuz und quer stehen weil der Kahn (die Fähre) natürlich mal wieder ganz wo anders vor Anker liegt. Zwischendurch erfahren wir telefonisch das unsere Beifahrer mit unserem Gepäck für die Nacht schon zur Passagierfähre im anderen Hafen gefahren wurden. In der Fähre werden die Autos per per Aufzug in die einzelnen Decks verfrachtet. Es ist inzwischen 1 Uhr und es stehen erst 16 von 150 Autos in der Fähre. Nach einer erneuten Passkontrolle durch die die Fahrer jetzt aber durchgehen dürfen kommen wir zu unserem Schiff und reiben uns die Augen. Da stehen die anderen 150 Autos vor zwei Fähren und es wird gerade mit dem Verladen begonnen.

Wir steigen ein und suchen uns an Deck ein paar Schlafplätze und rollen unsere Isomatten und Schlafsäcke aus. Es dauert noch ein paar Minuten und jeder „ratzt“ Im Unterbewusstsein nehmen wir noch war das die Fähre irgendwann ablegt, aber keiner weiß genau ob das zwei oder drei Uhr oder später gewesen war.


Dienstag
10. Mai 2011

(11. Rallyetag)


Zypern

Israel
Israel

Der Morgen beginnt mit einem wolkenlosem Himmel. Die Sonne geht gerade auf und am Deck verstreut liegen die Teams in Schlafsäcken. Die Nacht war relativ mild. Um zehn kommen wir in Zypern an. Alles wieder in die Autos. Als wir dann im Konvoi aus dem Hafen fahren bekommen wir vom zypriotischen Automobilclub jeweils eine Tüte mit Marschverpflegung und den heutigen Routenplan für die Inselrundfahrt übergeben. Einige Treppen weiter erreicht man einen schönen Stadthafen. Entlang der Hafenpromenade reihen sich gemütliche Restaurants und im Hafen liegen viele türkische Gullets, Holzbote die man für Ausflüge buchen kann. Am Ende der Promenade ist eine Tribüne aufgebaut auf der die Rallye vom zypriotische Premierminister und dem Chef des Automobilverbandes herzlichst begrüßt werden. Auf dem Weg zurück zum Auto treffen wir Simone, die Freundin von Tom, die zufällig in Zypern Urlaub macht. Wir beschließen für den Nachmittag einen Besuch in deren Bungalow zu machen. Danach müssen wir aber noch Bilder für´s Roadbook ausdrucken. Vorher wollen wir noch ans Meer, was aber daran scheitert das wir keinen Strand finden bei dem man ohne alpine Vorkenntnisse ins Wasser kommt. Sandstrand Fehlanzeige. Also gehen wir erst mal einkaufen. Wir fahren wie vereinbart zu Tom’s Familie, welche wie wir feststellen, in einer wunderschönen Anlage wohnen. Es gibt dort einen Pool und nebenbei noch von uns heiß begehrte Duschen. Nach nur einmal Verfahren erreichen wir den Hafen und stehen erst einmal wieder. Es folgt mal wieder eine zeitraubende Passabfertigung. Dann geht’s auf die Fähren. Hier geht’s jetzt etwas ruppig zu. Diesmal haben wir die Boliden auf der MS Tasucu parken können auf der wir auch schlafen. Diesmal ergattern wir ein Plätzchen auf dem Dach des Dampfers, das eigentlich nicht für Passagiere vorgesehen ist. Die Sicht ist durch eine fehlende Reling super. Mit zwei Flaschen Wein beenden wir den Abend. Abfahrt ist wie immer statt um acht Uhr Abends um drei in der Früh. Die Fahrtzeit wird mit 24 bis 33 Stunden angekündigt.

Schaun wir mal ...


Mittwoch
11. Mai 2011

(12. Rallyetag)


Zypern


Ägypten

Morgens wachen wir bei Traumwetter auf. Als Sonnenschutz spannen wir die Zeltplane auf. Wir verbringen den Tag mit Sonnen und lesen. Essen fällt spärlich aus weil wir eigentlich zu wenig eingekauft haben. Dominik hat heute Geburtstag wozu wir ihm herzlichst gratulieren. Karen trieb irgendwo noch eine Kerze und Schokokekse auf, womit ihr ein Hauch von Geburtstagsfeeling gelang. Gegen Abend erfahren wir dann das die Fahrt mindestens noch bis Donnerstag Abend dauern wird. Au Weia jetzt wird es für einige mit den Flügen knapp, da ja noch die ganze Fahrstrecke bis nach Jordanien zu bewältigen ist. Da es wenig zu Essen und keine Duschen gibt bleiben die weiteren Aktivitäten an Bord überschaubar.

Der Seegang wurde zunehmend rauer und stürmischer, zu allem Übel wurde Mario und viele andere auch, von übler Seekrankheit heimgesucht.


Donnerstag
12. Mai 2011

(13. Rallyetag)


Ägypten

Immer noch gutes Wetter. Angeblich kommen wir heute Abend in Port Said an. Gegen sieben nähern wir uns Ägypten. Und dann dreht das Schiff plötzlich kreise. Einige Öl- oder Gasbohrinseln kommen in Sicht. Da kommt die Ansage von Wilfried das uns die Hafenbehörden noch keine Einreisegenehmigung erteilt haben. Zwei Stunden später kommt das was schon einige befürchtet haben, Wilfried muss durchsagen das auf Grund von mehreren Anschläge auf Ölpipelines auf Sinai (Ägypten) die Einreise für unsere drei Fähren verweigert. Enttäuschtes Schweigen legt sich über das Schiff. Im Team ist es nun erst mal Schweigsam. Jeder verarbeitet erst mal das es weder mit Ägypten noch mit Sinai, noch mit Jordanien etwas wird. Dazu kommen noch zwei Tage Rückfahrt mit dieser Fähre, welche eigentlich nicht für lange Personenbeförderungen gerüstet ist. Aber es hilft ja nix. Wir schlagen wieder unsere Lager auf und harren der Dinge die da auf uns zukommen werden.


Freitag
13. Mai 2011

(14. Rallyetag)


Ägypten


Türkei

 

Letzter Fährtag hoffentlich. Morgen Früh sind wir da. Das Wetter ist weitestgehend gut nur zweimal regnet es. Der Tag ist unspektakulär. Es gibt drei Minimahlzeiten und die Crew kümmert sich gut um uns.
Um acht teilt Wilfried mit das wir die Autos in der Nähe von Antalya abstellen können.
Erleichterung bei vielen.


Samstag
14. Mai 2011

(15. Rallyetag)


Türkei

Um zehn kommen wir wieder im Ausgangshafen Tasucu an. Ausschiffen und Stempelholen dauert eineinhalb Stunden. Dann geht es auf den Parkplatz und ins Restaurant essen.

 

Fortsetzung folgt ...

 


Sonntag
15. Mai 2011

(16. Rallyetag)


Türkei


Jordanien

???

Montag
16. Mai 2011

(17. Reisetag)


Jordanien

???

Dienstag
17. Mai 2011

(18. Reisetag)


Jordanien

???

Mittwoch
18. Mai 2011

(19. Reisetag)


Jordanien

???

Donnerstag
19. Mai 2011

(20. Reisetag)


Jordanien

???

Freitag
20. Mai 2011

(21. Reisetag)


Jordanien

???

Samstag
21. Mai 2011

(Heimreise)


Jordanien


Deutschland

???